Original oder Kopie?

von nunette

Wie vor einigen Wochen schon geschrieben, bin ich nun endlich stolze Besitzerin eines Eames Schaukelstuhls. Allerdings von einer Kopie, da das Original bei meinem Gehalt einfach unbezahlbar ist. Ich weiß, dass Design unterstützt gehört – und gutes Design mit hochwertigen Materialien, vorzugsweise sogar noch nachhaltig und auf sonstige Weise die Umwelt berücksichtigend ist oft einfach teuer. Bei Eames war halt erstens der Wunsch nach dem Sessel schon verdammt groß, und außerdem ist Eames eine weltweit bekannte Marke mit sehr lukrativen Produzentenverträgen. Insofern seh ichs in diesem Fall entspannt. In der Zwischenzeit bin ich aber über diesen Artikel gestolpert und kann einiges an der Motivation dahinter gut verstehen.

(c) nunette colour

(c) nunette colour

Und wiederum später, nämlich heute, bin ich wieder über eine Designkopie gestolpert (und zwar keine so eindeutig freche wie diese hier von IKEA, die meines Wissens nach sogar von Thonet begrüßt wurde). In diesem Fall handelt es sich um diesen Schaukelstuhl, der mir sehr nach Thonet ausgeschaut hat, es aber nicht ist. Laut Altwarenhändler, den ich auf 80 Euro hab runterhandeln können, ist der Stuhl aus den 70ern, erkennbar an der Formung des Holzes (Thonet-Stühle haben ganz rundes Holz, der hier ist etwas abgeflacht). Thonet ist eine Firma mit so derartig viel Geschichte, die das Möbeldesign wirklich radikal veränderten. Es ist also nicht nur mehr der übliche innere Kampf „Kontostand vs. Habenwollen“, sondern es kommt auch der Gedanke, ob ich eine Kopie kaufen soll, dazu. Wobei: Ein Original ist sowieso unleistbar.

Übrigens, der genialste gefakte Thonetsessel, über den ich seit langem „gestolpert“ bin, ist dieser hier:

(c) apartmenttherapy.com

(c) apartmenttherapy.com