pink thonet

von nunette

Auf Designsponge – meinem liebsten Lieblingsblog – bin ich kürzlich über folgendes Foto gestolpert:

Dachte ich mir: Sieht gut aus – kann ich mir gut vor meinem alten, massiven Holztisch vorstellen. Also ging die Internetrecherche los. Fündig wurde ich relativ bald, jedoch war mir der Sessel viel zu teuer.

Nachdem originale Thonetsessel erstens sowieso bereits ebensoteuer sind und es zweitens an Blasphemie grenzt, solche Originale quietschbunt zu lackieren, bin ich auf einen weiteren Designklassiker gestoßen: ÖGLA von IKEA.

Seit den späten Sechzigern wurden die klassischen Thonet-Sessel von IKEA in der Plastikvariante, leistbar für jedermann, verkauft. Echte WienerInnen wie ich schreckten davor zurück – wie konnte man nur einen solch schönen Sessel in schnödem Plastik produzieren? Dennoch: ÖGLA wurde 2009 in einer Ausstellung in der Münchner Pinakothek gewürdigt. Die Augsburger Allgemeine schrieb damals:

„Prototypisch erzählt die Ausstellung das Prinzip Ikea am Beispiel von Stuhl „Ögla“, der seit den 1960er Jahren als Zitat des berühmten Thonet-Bugholzstuhls im Programm des schwedischen Möbelhauses ist. Stühle von Thonet sind Design-Klassiker mit Welterfolg seit dem 19. Jahrhundert. Dieser Erfolg beruhte auch darauf, dass die Stühle zerlegbar und so einfach und platzsparend transportierbar waren – Jahrzehnte, bevor Ingvar Kamprad Ikea erfand. Ikea adaptierte nicht nur das Zerlegen von Möbeln, sondern auch das Design. Dazu passte Ikea seinen Thonet-Klon stets dem Zeitgeist an: Erst gab es Ögla in Holz, ab 1983 dann aus Plastik, seit 1994 aus Recyclingmaterial wie etwa alten Joghurtbechern.“

Auf einem Secondhand-Portal habe ich nun zwei dunkelblaue ÖGLAS erstanden, die wohl in näherer Zukunft zu pink- und orangefarbenen Thonet-Kopien werden. Es wird mein erster Spraylack-Verusch sein …. ich halte euch am Laufenden!